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Schaut euch diese Bilder an. Sie sind errechnet. Ihre Existenz ist generiert. Es sind Fraktale. Und sie sind gut. Computer-generierte Kunst hat in den vergangenen Jahren mit steigender Rechenleistung und zunehmender Attraktivität der digitalen Welt an Verbreitung zugenommen. Eine Kunst des Zufalls unter den Gesetzen der Berechnung.
Fraktal-Bilder gelten nur eingeschränkt als Kunstform weil ihnen angeblich der so künstlerische Aspekt des Schöpfens fehlt. Zwar ist der Mensch beteiligt am Entstehungsprozess eines fraktalen Werkes, doch ist er befangen in Vorgaben und Zwängen. Er ist nur Ausführender, nicht Erschaffender im Entstehungsprozess. So ist die Anzahl der Kritiker sehr groß und die Diskussion ob „Kunst oder Künstlich“ findet kein Ende.
Ein menschlicher Künstler holt Höheres ins Niedere – prägt Geistiges in Materie ein. Und gerade daran mangelt es augenscheinlich der Fraktal-Kunst. Doch in Betrachtung der generierten Werke kommt meines Erachtens etwas Verwunderliches zum Vorschein. So unkünstlerisch, so „falsch“ ist diese Kunst gar nicht. Sie ähnelt erstaunlicherweise einem heutigen Kunstverständnis, insofern sie gut gemacht ist. Sie geht an einigen Stellen sogar noch darüber hinaus. Wie kann das sein?
Die Antwort liegt wohl im Kunstverständnis selbst. Der aktuelle Kunstbegriff ist immer ein Gebäude aus vielen Bausteinen. Ganz sicher ist einer dieser Steine das innere Selbst-Gefühl des Menschen. Er spiegelt sein „Sein“ in diesen Begriff und in die Werke mit hinein.
Dieser Kunstbegriff hat sich so gewandelt, das er den Griff ins Höhere, mit dem der Künstler bisher ausgestattet war mit dem Griff in die Weite gewechselt hat. Inspiration hat neue Quellen. Das Erleben des Raumverlusts führt zur Kreation neuer Ideen. Der Computer kann dabei, ob in Bild oder Ton zu neuen Ausdrucksformen verhelfen. Das macht Digital-Kunst progressiv. Kein Künstler kann dieses Angebot ablehenen. Aber es gehört schon mächtig viel Kraft dazu, sich in dieser Grenzenlosigkeit nicht zu verlieren.
Wenn auch die „Materie“, mit der der Fraktal-Künstler umgeht sicherlich unvergleichbar ist und deren Gesetze nicht physikalisch, so erleben wir im günstigsten Fall den Sieg eines fähigen Künstlers über die „Digitale Materie“ und erlangen damit ein Stück „Sichtbarkeit“. Im ungünstigsten Fall erleben wir nur die Unfähigkeit des Computers zu künstlerischem Tun. Beides bringt weiter…
Danke an SaarBreaker für den Link.
