Derzeit werden die ersten konkreten Ideen der neuen Überwachung in der Praxis erprobt. Der Ausdruck Überwachung kann dabei sogar offiziell verwendet werden, da die Testpersonen dieses Wort bereits gewohnt sind. Und das auch noch in einem eher positiven Sinne. Denn es geht um die Kontrolle der Körperfunktionen – Asthmatiker sollen in den Genuss kommen können, weniger Zeit im Wartezimmer zu verbringen. Die entsprechenden Werte werden erfasst und via Bluetooth über das Handy direkt auf den Computer eines Arztes übertragen. Die Sache sieht dann so aus:
“Ist der Test erfolgreich, könnten nicht nur Asthmatiker von solcher Ferndiagnose-Technik profitieren, auch bei anderen chronischen Krankheiten ist ein weiter Anwendungsbereich möglich und wird bereits getestet. So lassen sich Vitalparameter wie Herzfrequenz, Sauerstoffgehalt des Blutes, oder die Körpertemperatur mit Sensoren erfassen und per Mobiltelefon übertragen”.
Als Film wirkt es wie die Sendung mit der Maus für Ärzte.
Nun hat so ein Arzt ja praktisch nicht genügend Zeit, um ständig die Werte seiner virtuellen Patienten zu kontrollieren. Also wird die Auswertung dieser Daten computerbasiert sein und bei kritischen Werten wird ein Alarm ausgegeben. Wie wäre es dann, wenn man den einfachen Weg geht und die Kontroll-Anwendung direkt auf das Handy des Benutzers legt? Ist technisch ohne Probleme möglich und würde diesen etwas unangenehemen Kontroll-Geschmack beseitigen, den die kommende eCard bereits ins Patienten-Leben eingeführt hat. Die zentralisierte Speicherung meiner Vitalfunktionen ist neben meinen Ernährungsgewohnheiten ein echt interessantes Kapitel für Krankenkassen und Versicherungen. Aber da schaut man mal kurz, wer sich für diese Idee verantwortlich zeigt und hört auf darüber nachzusinnen: Unter dem Namen “InPriMo – Individualisierte Prävention mit mobilen Endgeräten” finden sich viele bekannte Namen – leider keiner aus dem Bereich der Betroffenen Menschen.
“Die Partner in dem Verbundprojekt Inprimo, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte wird, hoffen durch solche so genannte Health-Monitoring-Anwendungen die Kosten im Gesundheitswesen zu senken.”
Tja, und wer gehört zu diesem Projekt? Vodafone, Motorola, das Fraunhofer IIS und TEG, Ubitexx mobile business, VDE-IT. Mensch, das sind doch genau die Organisationen, die sich schon immer für die Rechte und das Wohlergehen der Menschen eingesetzt haben. Oder waren es doch die anderen, die jede Möglichkeit nutzen um ihren Absatzmarkt zu erweitern und das Thema “Fröhliche Überwachung” auf ihre Fahnen geschrieben haben?
Ich bin schon ganz durcheinander – muss mal zum Arzt…

Wird sich eh nicht durchsetzen,
die müssten soviel Einsätze umsonst fahren, das kannst du dir gar nicht vorstellen.
Immer wieder Nachts, so gegen 24.00 Uhr wenn man die praktisch ohne Hirnfunktions in der Kneipe sitzt
Ich weiß, ein ernstes Thema, aber ich stells mir trotzdem lustig vor.
Gruß
AMUNO