1. Vorbereitungen
2. Ursprung
3. Totes Leben
Ursprung
In den offiziellen Beschreibungen wird die Geburtsstunde von RFID in den II. Weltkrieg gelegt. Die Notwendigkeit der Freund-Feind-Erkennung führt zu den ersten Gedanken, Objekte mit einer künstlichen Identität auszustatten. Das Prinzip ist einfach: Wer kein Freund ist – ist zwangsläufig ein potentieller Feind. Mag diese einfache Technologie noch sehr weit entfernt von den heutigen RFID-Träumen sein – sie stellt die zarten Anfänge einer neuen Art von technischer Interaktion dar.
Bereits zu Beginn lässt sich das Thema erkennen, das RFID in der weiteren Entwicklung nicht mehr loslassen wird – die Herkunft als Spionagemittel. Auch wenn die Technologie nach dem Krieg erst einmal verschwindet, so entsteht in den darauf folgenden 3 Jahrzehnten bis zur ersten größeren Anwendung eine Forschungs- und Entwicklungsphase. Diese fällt in die Zeiten des kalten Kriegs. RFID ist ein Kind von Kontroll- und Spionagegedanken.
Das ist auch heute noch spürbar. Kritiker bemängeln gerade diese Seite der neuen Technologie. Die ganze funkelnde Welt der RFID-Wünsche, die heute als breite Palette den Menschen vorgehalten wird ist zu Beginn nicht vorhanden. In den Entwicklungslaboren der Nachkriegszeit war man nicht an intelligenten Kühlschränken oder komfortablen Skipässen interessiert. Es galt Logistik und Warenwirtschaft als neue Einsatzgebiete zu erschließen. Sie waren der Garant für Wohlstand und Macht. Und mit den Interessengruppen der Branche hatte man außerdem kompetente Förderer an Land gezogen. Denn fortan war der wirtschaftliche Aspekt dieser Technologie im Vordergrund. Die Diskussion konnte erfolgreich verlagert werden auf weniger problematische Gebiete als der Kern der Technologie es erlaubte.
Und heute steht die Bevölkerung vor einem typischen Problem. Sie spürt, das viele fragwürdige Interessen auf eine vorschnelle Masseneinführung dieser Technik drängen. Trotzdem lassen sich die Menschen immer wieder dazu hinreißen, den Meinungsmachern glauben zu schenken. “Alles wird einfacher” – Mit diesem Etikett lässt sich heutzutage alles bewerkstelligen. Dabei sollte eines nie vergessen werden: Die Chips sind nun kleiner und die Systeme perfekter. Die Welt der Möglichkeiten war noch nie so groß wie heute. Und Gut und Schlecht relativieren sich in Zeiten der Terrorismus-Panik. Welche positiven Begleiterscheinungen jetzt auch hervor gekehrt werden – ihre Wurzeln behielt die RFID-Technologie immer bei. Eine Waffe in Friedenszeiten ist eine Spielerei – in Kriegszeiten wird sie sofort wieder eine Waffe sein. Doch nicht die Art der Technologie allein ist entscheidend sondern die Nutzung. Wer hält RFID heute in der Hand? Wer hat Interesse an der Entwicklung und Einführung?¹
Trotzdem gilt: Die Datenschutzfrage ist nur ein kleines Merkmal der RFID-Technologie, wenn auch die derzeit am meisten beachtete. Das wirklich Revolutionäre liegt hingegen in einem anderen Bereich. Und dort führt RFID zu weitaus mehr Schaden. Hier gehts weiter…
¹ Hier ist eine Liste der Partner der METRO Group Future Store Initiative
